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Kulturtausch

1.2.2007 - Studium im Hinterland

Drei Tage war ich an einem Ort, der mir nach 6 Monaten München wie das Ende der Welt vorkommt. Aber ich muss sagen, ich fands nicht mal schlimm. Irgendwie kommt mir in Ewersbach alles ein bischen entschleunigt vor und das ist wohl nicht das Schlechteste für ein ganzheitliches Studium. Ewersbach , ganzheitliches Studium? Von was redet der Freak denn da wieder???

 

Nachdem ichs am Freitag und am Samstag noch so richtig in Sachen Arbeit krachen hab lassen (7 Überstunden mehr würd ich sagen. Das riecht ja schon wieder richtig nach einer Woche Überstundenfrei!) bin ich am Sonntag das erste mal seit ich in München wohn in Augsburg-West zum Gottesdienst. War echt mal wieder schön, ich hab aber auch gemerkt, dass sich die letzte Zeit sowohl die Gmeinde, als auch ich mich verändert haben. Es waren weniger Jugendliche in der Gemeinde als früher, was ja auch klar ist, wenn da einige ne neue Gemeinde suchen, und ich hab mich wohl auch verändert. Wurde weniger als der Jugendliche, sondern schon irgendwie mehr erwachsen behandelt. Vielleicht sollten wir in den Gemeinden generell mehr darauf achten junge Leute für voll zu nehmen, ich kann jetzt aus eigner Erfahrung sagen, es tut mehr als gut.

 

Am Montag gings dann ab nach Ewersbach. Da ist das theologische Seminar der FeGen in Deutschland. Das ganze liegt im Dreieck zwischen Gießen, Marburg und Wetzlar. Schon im Zug hab ich gemerkt, dass das richtig AdW is, aber irgendwie hats mir auch gefallen. So war auch das ganze Wochenende. Es is halt keine Uni, aber irgendwie passt die Lehre schon für die Uni, es is nicht groß, aber es is halt irgendwie auch nicht erschreckend klein. Die Leute machen nicht den ganzen Tag Party, aber irgendwie haben sie schon eine lebendige Gemeinschaft.

Fakt ist, dass ich mich jetzt dort bewerben werde. 5 Jahre Theologie, 5 Jahre in der Einöde lernen, Leute begegnen, wachsen und hoffentlich auch wieder fit werden. Was ich danach so ganz genau machen will weiß ich noch nicht. Zuerst wenns geht nen Dr. Titel und dann?

Ich lese gerade die Autobiographie vom Marcel Reich-Ranizcki und die hat mir schon irgendwie klar gemacht, dass man am Ende eh das macht, was einem liegt. Man muss nur flexibel sein und sich nicht für ein ganzes Leben an eine  Stelle bindne. Was dafür definitiv nicht nötig ist, ist das "richtige" gelernt zu haben. Marcel Reich-Ranizcki hat auch nie studiert, der wichtigste Literaturkritker unserer Zeit wurde er trotzdem, er konnte es einfach.

 

Näheres zu dem Seminar gibts für Interessierte unter: www.tse.feg.de Noch is da alles schwer 70s, aber es wird gebaut und das wird wohl nicht schlecht.

 

Jetzt is dann erst mal wieder Arbeit und am Montag der 80ste von der Oma.

 

Bis dahin be strong!

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